Dutzende Tote nach Angriff auf iranische Militärparade

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In der südiranischen Stadt Ahvaz kam es vor wenigen Stunden zu einem Terroranschlag auf die derzeit in vielen Orten des Landes stattfindenden Militärparade, die nach derzeitigen Angaben zu mindestens 24 Toten und Dutzende Verletzte, darunter befinden sich Soldaten und Zivilisten. Angeblich sollen vier Personen aus dem Zuschauern heraus den Paradezug angegriffen und daraufhin sein Ziel auf umliegende Zivilisten konzentriert haben. Derzeit starben insgesamt acht Soldaten der iranischen Revolutionsgarde. Während das iranische Militär und die Regierung von einer Tat durch die islamistisch-arabische Separatistengruppe „al-Ahvaziya“ redet und inzwischen auch den Angriff bestätigt, beansprucht der Islamische Staat den Anschlag ebenso für sich. Es wäre der erste IS-Angriff seit der Geiselnahme im iranischen Parlament Ende 2017.

Al-Ahvaziya hat eine wichtige Präsenz in der südlichen Provinz Khuzestan, wo es eine relevante arabische Minderheit gibt. Entlang der irakischen Grenze kommt es immer wieder zu Aktivitäten von arabischen Separatisten, al-Ahvaziya selber hatte in der Vergangenheit immer wieder Armeekonvois in Richtung Irak überfallen. Laut dem Iran wird diese Gruppierung unter anderem von Saudi-Arabien, der USA und Großbritannien aktiv unterstützt. Nach derzeitigem Stand ist aber wohl der Islamische Staat der wahrscheinlichere Verursacher des Anschlages, da ebenso Zivilisten getötet wurden und ein Pressesprecher von al-Ahvaziya behauptet, man würde keine unschuldigen Menschen attackieren. Der Islamische Staat selber hat keine näheren Details der Tat veröffentlicht.

Von den vier Attentätern wurden nach eigenen Angaben zwei getötet und zwei Weitere gefangen genommen. Unter den über 50 getöteten Zivilisten befinden sich auch Frauen und Kinder. Im Iran findet derzeit das einwöchige Fest der „Heiligen Verteidigung“ statt, wo an den Beginn des großen Iran-Irak-Krieges gedacht wird. Dementsprechend werden im gesamten Land Militärparaden veranstaltet, um den (von beiden Seiten beanspruchten) Sieg im Krieg zu feiern.

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