Humanitäre Katastrophe in syrischem Flüchtlingslager unter US-Kontrolle

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Am südlichen Ende der syrischen Wüste bahnt sich eine humanitäre Katastrophe heran, die bisher auf wenig Aufmerksamkeit gestoßen ist. In dem nahe dem jordanischen Grenzgebiet gelegenen al-Rukban-Flüchtlingscamp befinden sich derzeit Zehntausende Menschen am Rande einer Hungersnot, Dutzende Menschen seien bereits wegen ausbleibender Unterstützung verhungert. Das Problem von al-Rukban: Es befindet sich mitten in einem Gebiet, welches in der Vergangenheit und Gegenwart Schauort eines Stellvertreterkrieges zwischen der USA und syrischen Regierung war, dementsprechend erreichen durch eine 55 Kilometer breite Blockadezone keine humanitären Hilfsgüter den Ort.

Vergangene Woche starben zwei Babies in einer Flüchtlingsunterkunft, nachdem ihnen ein Krankenhausbesuch in Jordanien nicht erlaubt wurde. Die humanitäre Lage ist katastrophal, einfache Grundversorgungen bezüglich Elektrizität und Wasser sind nicht gegeben, es soll etliche Erkrankungen durch unsauberes Wasser gegeben haben. Als Ursache wird die USA und ihre syrischen Stellvertreter am Boden bezeichnet, die jegliche Unterstützung verweigern. Zivilisten die aus al-Rukban in das Territorium der syrischen Regierung flohen berichten von miserablen Zuständen, einzig Jordanien hat in unregelmäßigen Dingen Lebensmittel geliefert.

Anhänger der Miliz Jaish Ahrar al-Shayr sollen am Mittwoch Flüchtlinge mit Gummigeschossen angegriffen haben, die gegen die desaströse Situation vor Ort demonstrierten, wobei angeblich eine Person verletzt wurde. Ohnehin sind die Milizen wie anderswo in Syrien ein Problem für die Bevölkerung, von ihrem Machteinfluss korrumpiert verlangen sie Schutzgeld oder plündern die Häuser ehemaliger Einwohner. Aus diesem Grund soll auch der Islamische Staat mit eigenen Rekrutierungen in al-Rukban aktiv sein, vor allem da ein Großteil der vor Ort Geflüchteten aus den sunnitischen Teilen Ostsyriens stammt.

Das al-Rukban-Flüchtlingslager befindet sich mit seinen geschätzten 60.000 Einwohnern mitten in der syrischen Wüste, auf einem Gebietsstreifen welcher weder von Syrien, noch von Jordanien beansprucht wird. Seit 2014 beherrscht die von den USA, Großbritannien und Jordanien aktiv unterstützte Opposition die Gegend. Seit über einem Jahr errichtete die USA sogar mehrere Militärbasen, wo amerikanische Spezialeinheiten zusammen mit der verschiedenen FSA-Gruppierungen wie der „Neuen Syrischen Armee“ kooperieren. In der Nähe befindet sich ebenfalls der syrisch-irakische Grenzübergang al-Tanf, welcher von der USA besetzt wird um eine Verbindung zwischen syrischer, irakischer und iranischer Regierung zu verhindern, wodurch auch eine Landverbindung zwischen dem Libanon und dem Iran entstehen würde. Bisher scheint die USA nicht darin gewillt zu sein, die derzeitige Situation vor Ort zu verändern.

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