Syrisch-jordanischer Grenzübergang wiedereröffnet

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Der größte Grenzübergang zwischen Jordanien und Syrien ist nach dreijähriger Sperrung feierlich wiedereröffnet worden. Der sogenannte „Naseeb-Grenzübergang“ war Schauplatz zwischen erbitterten Gefechten zwischen der syrischen Armee und verschiedener Oppositionsmilizen unter dem Bündnis der „Southern Front“, bis der Ort mitsamt der gesamten Provinz ohne größere Zerstörungen 2018 von der Armee wiedererobert wurde. Die verbliebenen Aufständischen zogen sich nach einer Vereinbarung friedlich zurück. Nach mehrmonatigen Aufbau wurde die Grenze nun eröffnet, anwesend waren dabei Regierungsbeamten der beiden Länder. Der syrische Außenminister befindet sich derzeit in Jordanien, um die Rehabilitation der Beziehungen zwischen den beiden Regierungen voranzutreiben, die seitens Jordanien zu Beginn von der Unterstützung der Opposition geprägt war.

Der Grenzübergang befindet sich südöstlich der Großstadt Dara’a, der sogenannte „Geburtsort der Revolution“ und für lange Jahre als Symbol geteilt zwischen den verschiedenen Fraktionen. Direkt südlich der Stadt gibt es einen weiteren Grenzübergang, über dem gibt es dennoch keine weiteren Informationen. Nassib wird auch zunächst nicht für den normalen Personenverkehr geöffnet sein, Tausende an LKWs und Transportern sollen dafür die Grenze überqueren. Zudem finden auch entlang der Straße bis Damaskus und am Grenzübergang direkt noch Renovationsarbeiten statt. Wirtschaftlich hat Nassib eine hohe Bedeutung, immerhin wird darüber auch der gesamte Warenverkehr mit den Golfstaaten abgewickelt, wo es auch bereits zu ersten Annäherungsversuchen (z.B. mit Bahrain) kam. Nahezu zeitgleich wurde außerdem der Zollpunkt auf den von Israel besetzten Golanhöhen wiedereröffnet, jedoch wird dieser nur für UN-Schutztruppen nutzbar sein.

Die Wiedereröffnung des Nassib-Grenzüberganges ist auch Ausdruck für die Hoffnung eines Neuanfangs zwischen Jordanien und Syrien. Zu Anbeginn des Konfliktes unterstützte das südliche Königreich die bewaffnete Opposition (auch auf Willen der Alliierten, darunter die USA), wurde jedoch mit zunehmendem Kriegsverlauf immer stiller und nahm bei der Armeeoffensive in Südsyrien eine neutrale Haltung ein, verhinderte allen Grenzverkehr mit der damals noch vor Ort herrschenden Opposition. Mit den Treffen des Außenministers möchte man nun wohl ein neues, altes Kapitel der innerstaatlichen Beziehungen beginnen, welches vom gemeinsamen Vorteil und Interesse geprägt ist.

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