Neue Waffenruhe für Idlib verkündet

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Russland und die Türkei haben sich zum zweiten Male auf eine Waffenruhe für ihre Stellvertreter im Konflikt um Nord-Hama und Idlib geeinigt. Nachdem die Syrisch-Arabische Armee erheblich an Initiative verloren hat und die islamistische Opposition sogar teilweise neue Orte erobern konnte, scheint die Einigung auf eine dreitägige Waffenruhe eher strategischer Natur, wodurch beide Seiten ihre Kräfte konsolidieren und in Zukunft dann stärker zurückschlagen können. Doch bereits in der ersten Nacht gibt es erste Brüche der Waffenruhe von beiden Seiten, zudem wurde türkischen Angaben zufolge auch ein Observierungsposten des eigenen Militärs angegriffen, wodurch mehrere Soldaten verletzt wurden.

Das russische Verteidigungsministerium verkündete mehrere Luftangriffe in der vergangenen Nacht, wodurch insgesamt 22 Kämpfer getötet wurden. Demnach wurden die dafür nötigen Koordinaten von der Türkei bereitgestellt, nachdem diese ihre Kooperation mit der Türkei bzw. der derzeitigen Waffenruhe ablehnten, insofern handelt es sich laut russischer Darstellung nicht um den Bruch des Friedens. Aber auch allgemein kann von einem Frieden keine Rede sein, besonders in der Nähe der von Islamisten erst neulich eroberten Orte südlich von Kernaz kommt es zum regelmäßigen Austausch von Artilleriefeuer. Zudem versuchte die dschihadistische Allianz Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) die christliche Stadt Qasabiyah zum wiederholten Male zu erobern, scheiterte jedoch daran.

Die Türkei vermeldet einen Angriff syrischer und russischer Streitkräfte auf Einen ihrer Observierungspunkte in Idlib, welche eigentlich die Waffenruhe vom letzten Jahr überwachen sollte und seitdem die Frontlinien zwischen Islamisten und der Regierung manifestiert. Demnach trafen Dutzende Artillerie- und Mörsersalven den Militärstützpunkt, verletzt wurden insgesamt drei Soldaten. Das türkische Personal vor Ort wurde kurz darauf mithilfe von Helikoptern evakuiert, bereits das zweite Mal innerhalb der derzeit andauernden Offensive. Die Militärbasis befindet sich auf einem Hügel nahe Jabal al-Zawiya, welches wiederum nahe der Stadt Kafr Naboudah liegt, welches in den vergangenen Wochen zu den am stärksten umkämpften Orten in Nord-Hama gehörte.

Russland und die Türkei einigten sich vor mehreren Monaten gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Ein Großteil der türkischen Observierungspunkte wurden bei Beginn der Operation mithilfe von Helikoptern verlassen, wovon Einige wenig später wieder besetzt wurden.

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