Rätsel um iranische Drohne

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Erneute Eskalation im Persischen Golf: Nachdem bereits vor einem Monat eine amerikanischen Drohne von der iranischen Luftabwehr im angeblich eigenem Territorium abgeschossen wurde, berichtet das amerikanische Verteidigungsministerium von der erfolgreichen Zerstörung einer iranischen Aufklärungsdrohne, welches sich dem Kriegsschiff „USS Boxer“ gefährlich angenähert hätte und nach mehrmaliger Aufforderung nicht ihren Kurs verlassen hat. Das iranische Militär hingegen dementiert derartige Angaben und sagt hingegen, dass alle Drohnen wohlbehalten ihre Basen erreicht hätten. Zudem wolle man Drohnenaufnahmen der USS Boxer veröffentlichen um zu beweisen, dass keine Drohne eliminiert wurde. Parallel dazu kaperte die Iranische Revolutionsgarde (IRCG) einen Öltanker, welcher Millionen Barrel Öl zwischen verschiedenen Ländern in der Region schmuggelte. 

Der iranische Vize-Außenminister Abbas Aragchi behauptet sogar, dass die USA ihre eigene Drohne über der Straße von Hormuz „abgeschossen“ hätte. Nun wolle man Drohnenaufnahmen der USS Boxer veröffentlichen, was zumindest die Präsenz einer iranischen Drohne nahe dem Schlachtschiff bestätigt. Aus Sicht des Präsidenten Trump handelt es sich dabei um eine ungeheure Eskalation seitens Iran, „Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Iran gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren.“

Wenige Stunden zuvor wurde ein Öltanker mit dem Namen „MT Riah“ von mehreren IRGC-Schnellbooten umstellt und gekapert, die insgesamt 12 Mann starke Besatzung wurde festgenommen. Der Öltanker transportierte rund eine Million Barrel Öl und versuchte einen iranischen Hafen anzusteuern, bevor sie festgenommen wurden. Der Tanker, welcher unter der Flagge Panamas segelte, deaktivierte zuvor jegliche Kommunikation und trieb daraufhin in Richtung Iran. Noch vor drei Monaten befand sich das Schiff in den Händen der Vereinigten Arabischen Emirate, seitdem wurde es aber verkauft und befindet sich nun in unbekannten Händen. Trotz der Parallelen besteht kein Zusammenhang zur Festnahme des iranischen Supertankers „Grace 1“ durch Großbritannien bei Gibraltar.

Der Konflikt zwischen dem Iran und der USA findet aber nicht nur im Persischen Golf statt. Auch im Irak, wo beide Seiten ihre jeweiligen Stellvertreter besitzen, gab es mehrere Vorfälle innerhalb der letzten Woche, die zur Eskalation beitragen. Demnach schlugen Raketen auf einen US-Militärstützpunkt in al-Taji nördlich von Bagdad ein, wobei es jedoch zu keinen Verletzten kam. Nur wenige Tage später kam es zu einem ähnlichen Ereignis, wo Mörsergranaten eine von ExxonMobil betriebene Erdölraffinerie im Süden des Landes trafen und dabei drei irakische Mitarbeiter verletzten. Obwohl die Hintergründe weiterhin unbekannt sind und Schläferzellen des Islamischen Staates als wahrscheinliche Täter gelten, sieht die USA auch die vom Iran unterstützten Milizen als mögliche Verursacher. Washington wirft Teheran vor, seinen Einfluss jenseits der Grenzen des Irans zu verbreiten und mithilfe von schiitischen Gruppierungen im Irak und anderen Ländern Fuß fassen zu wollen.

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