Huthi-Rebellen kapern zwei Schiffe

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Von den Houthis zerstörtes Schiff aus dem Jahre 2017

In einem überraschenden Schachzug verkündete ein militärischer Pressesprecher der jeminitischen, zaidisch-schiitischen Houthi-Rebellen die Erbeutung von zwei Schiffen Saudi-Arabiens, welche eigener Darstellung zufolge jemenitische Gewässer gekreuzt und damit die Souveränität des Landes verletzt haben. Saudi-Arabien bestätigte den Vorfall und behauptete hingegen, dass ein Löschboot gekapert wurde, welches einen südkoreanischen mobilen Bohrturm transportierte. Sollten sich die Berichte eines südkoreanischen Schiffes bzw. Bohrturmes bestätigen, würde man das Boot sofort freilassen und den jeweiligen Behörden übergeben, wie die Houthis versicherten. Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Houthi-Rebellen ihre Operationen auf die wichtigen Meer-Transportrouten ausdehnt, die den Jemen umgeben.

Neben einem Statement wurden bisher keine näheren Details oder Bilder des Vorfalls veröffentlicht. die betroffenen Schiffe sollen in einem sicheren Hafen nahe al-Hodaydah angekommen und die Besatzung versorgt sein. Es wurden bereits diplomatische Kontakte zwischen der südkoreanischen Regierung und den Houthis geknüpft, eine Freilassung des Schiffes ist also nur eine Frage der Zeit. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass die schiitischen Aufständischen auch im maritimen Bereich Operationskapazitäten beweisen und neben Angriffen auf Schiffen auch geheime Landungen von Spezialkräften hinter den Frontlinien vollführen können. Die Houthis haben in den letzten Jahren während des Krieges bewiesen, dass sie die Fähigkeit haben, den Schiffsverkehr in der für den internationalen Handel wichtigen Route zu stören, sei es durch Raketenangriffe, Minen oder wie in diesem Falle Kaperungen.

Es ist zwar das erste Mal, dass Houthi-Rebellen erfolgreich ein feindliches Schiff kapern und in einen sicheren Hafen in ihrem Territorium bringen können, jedoch wurden in den letzten Jahren immer wieder Angriffe und Anschläge auf verschiedene Kriegsschiffe und reguläre Boote von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verübt, welche die größten Gegner der Houthis als Teil der Arabischen Koalition im Jemen darstellen. Normalerweise werden kleine, ferngesteuerte und mit Sprengstoffen ausgestattete Boote genutzt, die auf ihre Ziele zufahren und daraufhin detonieren. Bereits in der Vergangenheit setzten die Houthis derartige Mittel gegen verschiedenste Boote, zuletzt wurde im Juni 2018 und zur Jahreswende 2017 ein Kriegsschiff an der Küste Adens zerstört.